Strategien und Gestaltungskonzepte für die vernachlässigten Stadträume

Ausstellung in der Architekturgalerie am Weißenhof 2012

 

Lange hat sich in den vergangenen Jahren die Aufmerksamkeit für den öffentlichen Raum auf die repräsentativen Räume der Stadt konzentriert. Die für Plätze, Promenaden oder Flussufer in Stadtzentren entwickelten und an der historischen Vorbildern orientierten Vokabulare sind aber für die vernachlässigten Quartiere, für die weniger attraktiven Orte der Städte oft nicht geeignet. Die Ausstellung „Mut zur Stadt“ stellt Strategien und Gestaltungskonzepte für diese Stadträume vor.

Allen Herangehensweisen gemeinsam ist, dass sie Stadt nicht statisch verstehen, sondern darin einen nie abgeschlossenen und nie zu vollendenden gesellschaftlichen Raum sehen, der durch Verwandlung und Veränderung immer wieder aufs Neue entsteht. Unvorhergesehenes muss sich dort ereignen können, auf das dann wieder neu eingegangen werden kann – nur so können neue Formen der Aneignung entstehen, nur so wird Stadt davor bewahrt, in starren

Routinen neue Handlungsoptionen zu ignorieren. Diese Handlungsoptionen aber braucht die Stadt, um im sich ständig verändernden Kontext, in den sie eingebettet ist, bestehen zu können – sie braucht die Akteure, die das Experiment wagen, die Wege beschreiten, deren Ziel nicht sichtbar ist. Diese Pioniere verstehen die Stadt als Aktionsfeld, als Kräftefeld, in das sie eingreifen, über das sie aber keine Hoheit beanspruchen wollen und das sie mit anderen teilen, von denen sie wie alle anderen wiederum lernen können, dass es sich lohnt, „Mut zur Stadt“ zu haben.

Ausstellung: 5. Juli – 30. September 2012
Mit: atelier lebalto, Berlin / Le Havre, bauchplan ).(, München/Wien,    Hans Venhuizen, Rotterdam, muf architecture, London,    Umschichten, Stuttgart,
Kuratiert von: Christian Holl und Stefan Werrer